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In der Region Ostbrandenburg sind mit ca. 40.000 vergleichsweise wenig Unternehmen ansässig. Über 90 % der Unternehmen beschäftigen weniger als zehn Mitarbeiter.
Die Arbeitslosigkeit in der Region liegt seit geraumer Zeit bei um die 20 %. Dabei zeigen sich zwei strukturelle Hauptprobleme.
Ein Großteil der Arbeitslosen ist im Besitz nur geringer Qualifikationen. Diese Personen waren vormals meist in der Landwirtschaft beschäftigt. Überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind aber auch Personen mit hohen Qualifikationen, die in marktwirtschaftlichen Strukturen jedoch nur wenig Einsatzmöglichkeiten finden.
Die Situation wird verschärft durch die anhaltende Abwanderung von insbesondere jungen Fachkräften, die aus Perspektivmangel die Region verlassen, andererseits in den regionalen Unternehmen aber fehlen.
Fachkräftemangel und Besetzungsprobleme bestehen mittlerweile insbesondere im Managementbereich sowie in ingenieurtechnischen Berufen.
Ziele des Projektes
Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL hat den Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt zum Ziel. Benachteiligungen bestehen in der Region bei den Unternehmen aufgrund ihrer geringen Größe und den damit nur sehr eingeschränkten personellen und zeitlichen Möglichkeiten ihre Mitarbeiter zu qualifizieren. Bei ArbeitnehmerInnen und Arbeitsuchenden der Region liegen oftmals Lebensweg bedingte Defizite hinsichtlich bestimmten Know-hows und Erfahrungen vor, die zu Benachteiligungen führen können.
Aufgrund dieser identifizierten Probleme und Herausforderungen und dem Ziel, die Potenziale Ostbrandenburgs zu entwickeln, optimal zu nutzen und dadurch die Wirtschaftskraft und Attraktivität der Region sowie die Chancengleichheit zu stärken, haben sich im Jahr 2002 regionale Akteure in Ostbrandenburg zu einem Netzwerk, zu einer EQUAL-Entwicklungspartnerschaft, zusammengeschlossen.
Die Entwicklungspartnerschaft "FUTURE 2005 Ostbrandenburg / Chancen der Grenzregion – Perspektiven für KMU" war unter dem EQUAL-Themenschwerpunkt "Anpassungsfähigkeit – Förderung der Anpassungsfähigkeit von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen" aktiv und berücksichtigte dabei die als besonders entwicklungsfähig identifizierten Branchen durch die intensive Forcierung des Wissenszuwachses.
Der Region Ostbrandenburg wurden Impulse gegeben durch die Entwicklung, Etablierung und Verknüpfung von fünf thematischen Kompetenznetzwerken zum "Kompetenznetzwerk Ostbrandenburg". Hierbei sollte insbesondere auch der EU-Osterweiterung und des Beitritts Polens mit allen Chancen, aber auch Risiken Rechnung getragen werden.
In den Kompetenznetzwerken ging es insbesondere um passgenaue Qualifizierung und um die Sensibilisierung für den Bedarf ständiger Qualifizierung sowohl auf ArbeitnehmerInnen- als auch auf ArbeitgeberInnenseite. Der besondere Schwerpunkt in der Methodik der Qualifizierung lag in der bedarfsgerechten Wissensvermittlung.
Die Qualifikation muss auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Unternehmen und des Marktes zugeschnitten sein. Qualifikation wird in der zukünftigen Wissensgesellschaft entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg, d.h. die Wettbewerbsfähigkeit eines Arbeitsplatzsuchenden, eines Unternehmens und gar einer ganzen Region sein. Zielgruppe der Projekte im Rahmen unserer Entwicklungspartnerschaft in Ostbrandenburg waren demnach sowohl ArbeitnehmerInnen, Arbeitsuchende, als auch ArbeitgeberInnen.
Inhalte des Projektes
Das Angebot des Projektes bestand im Einzelnen aus Beratungs-, Coachings- und Qualifizierungsangeboten zu Fach- und übergreifenden Themen. Unterstützt wurde insbesondere auch die Etablierung von Netzwerken, in denen nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch Entwicklungschancen der Unternehmen und der Region identifiziert und genutzt werden konnten.
Netzwerke
Netzwerke bieten Unternehmen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und oftmals die Erkenntnis, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Netzwerke bieten aber auch die Chance auf neue Geschäftskontakte und die Etablierung von weitergehenden Kooperationen. In den Netzwerken von „FUTURE 2005 Ostbrandenburg“ wurden darüber hinaus die Anforderungen der Unternehmen an das Know-how ihrer Mitarbeiter analysiert. Das half den Unternehmen, ihre Mitarbeiter bedarfsgerecht weiterzubilden und förderte die Qualität des Arbeitskräftepotenzials in der Region.
Qualifizierungen
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus den Netzwerken wurden passgenaue Qualifizierungen entwickelt, die sich an den Bedarfen der Unternehmen und ihrer MitarbeiterInnen orientierten. Inhaltlich, aber auch in der zeitlichen Flexibilität. Das ist Qualifizierung in neuer Qualität, der insbesondere auch kleinen Unternehmen den Zugang zu Wissen und Know-how erleichtert.
Beratung
Die Partner des Projektes haben Unternehmen z.B. bei der Identifizierung von Bedarfen bei Know-how, Organisation und Personal beraten. Aber auch die beratende Unterstützung bei der Entwicklung einer langfristigen, wettbewerbsfähigen Unternehmensstrategie gehörte zu den Angeboten des Projektes.
Coaching
Auf dem Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Erfolg durch aktuelles und zukunftsträchtiges Know-how wurden ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen nicht allein gelassen. Die Projektpartner unterstützten sie und standen kompetent zur Seite.
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